- Boersen-Kolumne - http://boersen-kolumne.de -

Gefahr für deutsche Anleger? Der US-Dollar wird wieder schwächer.

Dieser Eintrag stammt von Highflyer-REPORT Am 24.11.2010 @ 22:46 In Devisen, Aktien, Märkte & Strategie | Kommentarfunktion deaktiviert

Im Mai und Juni diesen Jahres habe ich Ihnen an dieser Stelle aufgezeigt, dass eine schwache Währung für eine exportorientierte Volkswirtschaft große Vorteile hat. Unter dem Stichwort „Wettbewerbsfähigkeit“ gab ich folgende Erläuterung:

„Schwankungen bei den Wechselkursen sind dazu da, die Unterschiede verschiedener Wirtschaftsräume auszugleichen. Das entscheidende Stichwort dabei lautet Wettbewerbsfähigkeit. Produziert eine Volkswirtschaft (ein Land oder ein Wirtschaftsraum wie z.B. die EU) im internationalen Vergleich zu teuer, dann verkauft sie auf dem Weltmarkt weniger Güter. In der Folge schrumpft ihre Wirtschaft, es entsteht eine Rezession mit steigender Arbeitslosigkeit und hohen Wohlfahrtsverlusten. Will die Volkswirtschaft dies verhindern, dann hat sie zwei Möglichkeiten. Entweder sie verbilligt ihre Produktion, indem sie die Lohnkosten drastisch senkt und die Produktivität steigert oder sie wertet ganz einfach ihre Währung ab. Damit werden die produzierten Güter auf dem Weltmarkt für andere Handelspartner automatisch billiger.“

Ergo: Die Abwertung der eigenen Währung ist der bequeme Weg, die inländische Wirtschaft zu stimulieren und die Arbeitslosigkeit abzubauen. In Europa (vor allem aber in Deutschland) hat dieser Mechanismus in den letzten Monaten hervor-ragend funktioniert. Der Euro wertete im Vergleich zu etlichen Währungen spürbar ab. Unsere Produkte wurden im internationalen Wettbewerb attraktiver, der Export boomt wieder und die Arbeitslosigkeit sinkt stetig.

(Hinweis: In unserem Artikel [1] Warum haben eigentlich alle Angst vor einem schwachen Euro? vom 18. Mai können Sie die Hintergründe noch einmal ausführlich nachlesen. )

Doch nun drohen Gefahren für uns. Denn die Welthandelsmacht Nr. 1, die USA, haben inzwischen größere Probleme als wir in Europa. Die Wirtschaft in der größten Volkswirtschaft der Welt wächst langsamer als hierzulande. Die Arbeitslosigkeit erreichte in der letzten Wirtschaftskrise ein für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich hohes Ausmaß und stagniert trotz leicht anziehender Konjunktur auf diesem hohen Niveau. Für die USA ist diese Situation ein doppeltes Drama, denn die Bevölkerung ist wie in kaum einem anderen Industrieland auf ihr Arbeitseinkommen angewiesen. Hintergrund: Wie wir alle schmerzlich in den letzten zwei Jahren erfahren haben, lebten vor allem die US-Bürger Jahrzehnte lang auf Pump und haben ihren immensen Schuldenbergen kaum nennenswerte Ersparnisse gegenüber stehen. Wenn also in den USA die Beschäftigungsquote nicht bald wieder spürbar zunimmt, werden dort schon bald viele Haushalte ihren Lebensunterhalt und ihre Schulden nicht mehr finanzieren können. Eine neue Insolvenz- und Verarmungswelle stünde bevor. Dass die US-Bürger diese Situation friedlich hinnehmen würden, ist nahezu ausgeschlossen. Starke Proteste und zunehmende innenpolitische Unruhe wären sicherlich die Folge.

Dies hat auch die US-Regierung längst erkannt. Bei den Kongresswahlen in diesem Monat bekam sie ja bereits die Quittung dafür, dass es ihr nicht gelungen ist, die Arbeitslosigkeit wieder auf ein Normalmaß zu senken. So verwundert es nicht, dass die USA inzwischen mit aller Macht versuchen, ihren US-Dollar deutlich abzuwerten, um so international endlich wieder Wettbewerbsfähig zu werden. Hierzu bedient man sich inzwischen ganz offiziell und vollkommen ungeniert der Druckerpresse. Die Notenbank erhöht im Rahmen des so genannten „Quantitative Easing“ die Geldmenge und reduziert damit den Wert der umlaufenden Dollars. Diese Maßnahmen zeigen bereits Wirkung: Der US-Dollar schwächt sich seit Mitte des Jahres wieder ab, der Euro steigt im Umkehrschluss im Wert.

Im Langfristchart ist diese Bewegung gut erkennbar. Der kleine steile Euro-Anstieg der letzten Monate ist das Ergebnis der US-Politik. Noch ist diese Bewegung nicht bedrohlich für den Euroraum, denn unsere Konjunktur zeigt sich aktuell sehr robust. Was aber, wenn sich die USD-Abwertung bzw. die damit einhergehende Euro-Aufwertung fortsetzt? Im langfristigen Chartbild erkennt man, dass der Trend des Euro auf lange Sicht nach oben zeigt. Die Korrektur seit 2008 läuft in Form einer bullischen Flagge ab. Somit könnte es sein, dass sich die Aufwertung des Euro durchaus auf lange Sicht fortsetzt. Bei einem Ausbruch aus der Flagge nach oben, würde sich dieses Szenario erhärten.

eur-web.png

Die US-Regierung setzt gemeinsam mit der US-Notenbank alles daran, den US-Dollar zu schwächen. Im Umkehrschluss bedeutet dies für den Euro relativ gesehen eine Aufwertung. Damit droht uns mittel- bis langfristig ein deutlicher Wettbewerbsverlust gegenüber dem Dollarraum. Dies wäre vor allem ein großer Nachteil für die Aktien von Exportunternehmen.

TIPP: Wie Sie mit dieser Situation gewinnbringend umgehen und welche Gefahren für Anleger konkret bestehen, erfahren Sie in den nächsten Ausgaben des Highflyer REPORT. Diesen exklusiven Börsendienst können Sie jetzt kurzzeitig mit 67 Prozent Preisvorteil ausführlich für 3 volle Monate testen.  Hier geht es direkt zum [2] Testabo.

Quelle: [3] http://www.highflyer-report.de 


Dieser Artikel wurde ausgedruckt ab Boersen-Kolumne: http://boersen-kolumne.de

URL zum Artikel: http://boersen-kolumne.de/2010/11/24/gefahr-fur-deutsche-anleger-der-us-dollar-wird-wieder-schwacher/

URLs in this post:
[1] Warum haben eigentlich alle Angst vor einem schwachen Euro?: http://boersen-kolumne.de/2010/05/18/warum-haben-eigentlich-alle-angst-vor-einem
-schwachen-euro/

[2] Testabo: http://www.highflyer-report.de/testabo.html
[3] http://www.highflyer-report.de: http://www.highflyer-report.de/

Klicken hier zum Drucken.